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12. KONGRESS DER DGFB

Auch beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Biomechanik (DGfB) in Köln (28.-30.09.2022) war das ZESBO mit zahlreichen Poster- und Redebeiträgen vertreten. Thematisch wurden dabei folgende Inhalte präsentiert:

  • Primärstabilitätsnachweis mittels Pullout von MC-Schrauben nach zyklischer Belastung an osteoporotischen Wirbeln mit 360°-Fusion
  • Biomechanischer Leistungsvergleich einer zusätzlich gesicherten Ankertenodese versus Standard-Ankertenodese der LBS
  • Untersuchung der Schraubenauszugskraft von Pedikelschrauben in Abhängigkeit von der mechanischen Stabilität der Spongiosa
  • Einfluss von Fußposition und Gewichtsbelastung auf die Stellung des distalen Tibiofibulargelenks
  • Ermittlung der mechanischen Eigenschaften humaner Spongiosa des Femurkopfes bei Vorliegen einer atraumatischen Hüftkopfnekrose bzw. Coxarthrose – Eine vergleichende Untersuchung
  • HybridBone – Entwicklung eines biokeramischen Hybrid-Scaffolds zur Regeneration knöcherner Gesichtsschädeldefekte
  • Biomechanische Validierung additiv gefertigter femoraler Kunstknochen
  • Dynamische biomechanische Untersuchung einer neu entwickelten Sulcus-bicipitalis-Platte in Kombination mit einer Standardosteosynthese zur Versorgung komplexer proximaler Humerusfrakturen
  • Ein Vergleich der primären Stabilität von Multi Hole-Pfannen und Plattenosteosynthese bei Acetabulumfrakturen – eine biomechanische Studie

NEUE PUBLIKATION IN BMC BIOMEDICAL ENGINEERING

Biomechanical validation of additively manufactured artificial femoral bones

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes der TU Chemnitz und des Fraunhofer IWU wurden unter Beteiligung des ZESBO 3D-gedruckte Kunstknochen biomechanisch validiert.
Um die Anisotropie und Inhomogenität der Knochenstruktur nachzubilden, wurden Knochenmodelle erzeugt, die aus einem additiv gefertigten Kern bestehen, auf welchem ein Glasfaserlaminat aufgebracht wurde. Für die Validierung des Modells wurden mithilfe des Fused-Filament-Fabrication Verfahrens Probekörper, bestehend aus einer Gyroidstruktur, aus unterschiedlichen Materialien sowie Füllgraden gefertigt und im einachsigen Druckversuch charakterisiert. Die kortikale Komponente wurde mittels 3-Punkt-Biegeversuch definiert. Das Gesamtsystem wurde validiert, indem femorale Prothesenschäfte unter kontrollierten Bedingungen sowohl in die 3D-gedruckten Kunstknochen als auch in humane Spenderknochen eingepresst und die dabei auftretenden Kräfte sowie Dehnungen aufgezeichnet wurden. Die Druckproben zeigten dabei ein dem Humanknochen ähnliches Materialverhalten. Im Biegeversuch wies das Glasfaserlaminat eine höhere Festig- und Steifigkeit als humane Kortikalis auf, wobei ein ähnliches Materialverhalten beobachtet werden konnte. Beim Einpressen der Prothese erreichten die Humanpräparate höhere Kräfte als die Knochenmodelle. Die Studie zeigt, dass mittels additiver Fertigung valide Knochenmodelle erzeugt und deren Eigenschaften gezielt durch die Änderung des Füllgrades beeinflusst werden können.

Die vollständige Veröffentlichung findet sich unter folgendem Link.

NEUE PUBLIKATION IM JOURNAL OF THE MECHANICAL BEHAVIOR OF BIOMEDICAL MATERIALS

The sacrotuberous ligament is preloaded in situ

Ziel dieser Studie war es, die intrinsische Vorspannung des Ligamentum sacrotuberale zu ermitteln. Es wurden in situ Messungen der Vorspannkraft an 20 Proben aus 10 humanen Körperspendern durchgeführt, um die These der ligamentären Zuggurtung als mögliche Form der Lastverteilung näher zu untersuchen. Das Ergebnis war eine unerwartet hohe Vorspannkraft mit einem Gesamtdurchschnitt von 118 N ± 74 N. Zudem gab es erste Hinweise auf eine geschlechtsabhängige Vorspannkraft des Ligamentum sacrotuberale mit einem Durchschnittswert von etwa 65 N für die 10 weiblichen und 172 N für die 10 männlichen Proben. Die Analyse weiterer Einflussfaktoren und deren statistische Auswertung zeigte zudem eine Abhängigkeit der Vorspannkraft des Ligaments von der Körpergröße, dem Alter sowie dem Elastingehalt. Dies führt zur Hypothese, dass die Stabilität des Beckens stärker von der ligamentären Vorspannung abhängt als bisher angenommen.

Die vollständige Veröffentlichung findet sich unter folgendem Link.

NEUE PUBLIKATION IN PLOS ONE

Primary stability of multi-hole cups compared to plate osteosynthesis in osteoporotic anterior column and posterior hemi-transverse acetabular fractures — A biomechanical comparison

Für Chirurgen stellen Acetabulumfrakturen gerade bei älteren Patienten mit einer schlechten Knochenqualität eine besondere Herausforderung dar. Um diesbezüglich neue Erkenntnisse zu erzielen, wurde in Kooperation mit dem UKL die primäre Stabilität beim Einsatz von konventionellen Plattenosteosynthesen mit der Versorgung mittels Multi Hole-Pfannen biomechanisch verglichen.

Dabei wurden jeweils sechs Hüftbeine mit einer Fraktur am vorderen Pfeiler und einer Hemiquerfraktur (ACPHT) mit einer Plattenosteosynthese bzw. einer Multi Hole-Pfanne versorgt. Die biomechanischen Versuche wurden mit einer Zug-Druck-Prüfmaschine durchgeführt und mithilfe eines optischen 3D-Messsystems aufgezeichnet.
Die Ergebnisse scheinen vielversprechend, dass die primäre endoprothetische Versorgung mit einer Multi Hole-Pfanne und entsprechender Schraubenfixierung bei typischen ACPHT-Frakturen eine vergleichbare Stabilität zur Osteosynthese erreicht. Es sind jedoch weitere klinische Studien erforderlich, um zu belegen, dass die Pfannen fest in den Knochen einheilen.

Die vollständige Veröffentlichung findet sich unter folgendem Link.

9TH WORLD CONGRESS OF BIOMECHANICS IN TAIPEI

Nun bereits zum zweiten Mal waren Mitarbeiter des ZESBO mit einem Forschungsbeitrag beim World Congress of Biomechanics (WCB), der alle vier Jahre stattfindet und als renommierteste internationale Tagung für Biomechanik in der Welt fungiert, vertreten. Vorgestellt wurde das Erfolg versprechende Projekt Hybrid-Bone - Design of a bioceramic hybrid scaffold for the treatment of craniofacial defects in der Session Tissue Engineering 2, welches in Kooperation mit dem Fraunhofer IKTS (Dresden), der Universität Rostock (Rostock) und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Kiel) durchgeführt wird.

31. TREFFEN DES MSB-NET

© MSB-NET

Vom 23.-24.06.2022 fand das diesjährige Treffen des Forschungsnetzwerkes Muskeloskelettale Biomechanik (MSB-NET) am Muskuloskelettalen Universitätszentrum München (MUM) statt. Das ZESBO war als zertifiziertes Mitglied des MSB-NET mit drei Vertretern anwesend. Spezielles Augenmerk wurde dabei auf die Arbeit in den themenspezifischen Clustern "Experimentelle Gelenkkinematik", "Gewebebiomechanik" und "Implantatverankerung und -sicherheit" gelegt. Das nächste Treffen ist im Rahmen des diesjährigen DKOU (27.10.2022) in Berlin geplant.

NEUE PUBLIKATION IN SCIENTIFIC REPORTS

Effect of weightbearing and foot positioning on 3D distal tibiofibular joint parameters

In Zusammenarbeit mit dem AO Research Institute Davos wurden die Auswirkungen verschiedener Belastungsszenarien und Fußpositionen auf die Stellung des distalen Tibiofibulargelenks (DTFG) untersucht.

Vierzehn gepaarte menschliche Spenderunterschenkel wurden in einem speziell gefertigten Belastungs- und Positionierungsaufbau fixiert. Im unbelasteten Zustand (75 N) und im einbeinig belasteten Zustand (700 N) wurden von jedem Unterschenkel CT-Aufnahmen in fünf Fußpositionen angefertigt: Neutral, 15° Außenrotation, 15° Innenrotation, 20° Dorsalflexion und 20° Plantarflexion. Ein automatisiertes dreidimensionales Messprotokoll wurde verwendet, um drei untersucherunabhängige 3D-Parameter zu bestimmen: Clear space difference (Diastasenänderung zwischen Tibia und Fibula), Translation angle (Rotation der Fibula um die Tibia), Vertical offset (vertikale Verschiebung der Fibula gegenüber Tibia).
Die Fußpositionierung hatte einen signifikanten Einfluss auf die Stellung des DTFG. Die größten Auswirkungen stellten ein um 0,46 mm (SD 0,21 mm) vergrößerter Clear space bei belasteter Dorsalflexion sowie ein Translation angle von 2,36° (SD 1,03°) bei belasteter Außenrotation dar, beides im Vergleich zur belasteten Neutralstellung. Die Belastung selbst führte in keiner Position zu einer Diastasenänderung oder vertikalen Verschiebung der Fibula. Der einzige signifikante Einfluss der Belastung zeigte sich durch einen Translation angle von -0,81° (SD 0,69°) bei Innenrotation des Fußes.
Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die Fußpositionierung die Messungen zur Bewertung der Stellung des DTFG deutlich beeinflusst. Die Belastung hingegen scheint keine relevanten Auswirkungen auf die nativen Sprunggelenke in neutraler Position zu haben.


Die vollständige Veröffentlichung findet sich unter folgendem Link.

TV-AUFTRITT BEI EINFACH GENIAL

© Mitteldeutscher Rundfunk

Zusammen mit der eCovery GmbH sind wir im Erfindermagazin "Einfach genial" des MDR zu sehen. Darin wird gezeigt, wie mithilfe eines optischen Messsystems der Carl Zeiss GOM Metrology GmbH die Bewegungssensoren einer neuartigen Physiotherapie-App validiert werden. Genaueres zum "Physiotherapeuten in der Hosentasche" seht ihr im folgenden Beitrag (ab 15:05 min):  Einfach genial | MDR.DE 

NEUE PUBLIKATION IN SCIENTIFIC REPORTS

Influence of thread design on anchorage of pedicle screws in cancellous bone: an experimental and analytical analysis

In Zusammenarbeit mit der HTWK Leipzig wurde experimentell und analytisch der Einfluss des Gewindedesigns auf die Verankerung von Pedikelschrauben in Spongiosa untersucht.

Die Gewinde moderner Pedikelschrauben können sehr unterschiedlich gestaltet sein. Es ist schwierig zu beurteilen, welches Zusammenspiel von Designmerkmalen für die Schraubenverankerung besonders vorteilhaft ist. Ziel dieser Studie war es daher, das Verständnis für das Verankerungsverhalten zwischen Schraube und Spongiosa zu verbessern. Es wurden Auszugstests mit sechs Pedikelschrauben in jeweils zwei Größen an Polyurethanschaumblöcken in jeweils drei Dichten durchgeführt. Aus dem speziellen Schraubendesign wurden allgemeinere Schraubeneigenschaften abgeleitet und anhand der Testdaten bewertet. Einige Schraubenmerkmale, wie z. B. die Verdichtung, eignen sich gut für den Vergleich der verschiedenen Gewindedesigns von Schrauben mit konischem Kern. Die Kombination von zwei Merkmalen, von denen das eine die Knochenverdichtung und das andere die Gewindeflankenfläche darstellt, scheint für die Beurteilung des Verankerungsverhaltens besonders vorteilhaft zu sein. Mit einer aus diesen Merkmalen abgeleiteten Gleichung konnte die Auszugsfestigkeit sehr genau berechnet werden (mittlere Abweichung 1 %). Darüber hinaus wurden die Ergebnisse durch Versuche am Spendermaterial bestätigt. Bei Schrauben mit konischem Kern ändern sich die Designanforderungen für eine gute Verankerung gegen Auszug aus der Spongiosa mit der Materialdichte. Bei ausreichender Knochenqualität sind Schrauben mit hohem Verdichtungseffekt vorteilhaft, während bei geringer Knochendichte auch ein hoher Gewindeflankenbereich für eine bessere Schraubenverankerung notwendig erscheint.

Die vollständige Veröffentlichung findet sich unter folgendem Link.

TWITTER-ACCOUNT

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PROBANDEN GESUCHT

Für unser Forschungsprojekt "Evaluation des Effektes eines computergestützten Raumrotationstrainings durch MRT-Volumetrie der autochthonen Rückenmuskulatur", gefördert durch die Deutsche Arthrose-Hilfe e. V., suchen wir ab sofort nach interessierten Probanden mit Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich.

 

Ansprechpartner: Josefine Nebel  &  Melanie Edel
   
Ärztliche Betreuung: Dr. med. Christian Pfeifle
   
Kontakt: centaur@zesbo.de 
   
Ort: Zentrales Forschungsgebäude
  Raum -1046 
  Liebigstraße 21
  04103 Leipzig

 

ZIM-ERFOLGSBEISPIEL

© Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

In Deutschland werden jährlich mehr als 200.000 künstliche Hüften implantiert. Dabei haben sich die Anforderungen an die Qualität der Gelenkimplantationen in den letzten Jahren stark gewandelt. Stand anfangs noch die Schmerzlinderung im Vordergrund, gewinnt die Wiederherstellung für alltägliche Lebenssituationen, aber auch für begrenzte sportliche Betätigung, zunehmend an Bedeutung. Implantatverschleiß und die Rekonstruktion der natürlichen Biomechanik stellen die Hersteller allerdings noch immer vor große Herausforderungen. Um entsprechende Lösungen zu erarbeiten, forschen und entwickeln im Kooperationsnetzwerk KUNSTGELENK deutschlandweit dreizehn Industriepartner und neun Forschungseinrichtungen erstmals entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Implantats – von der klinischen Anforderung über Entwicklung, Fertigung, Zulassung bis hin zum Vertrieb.

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